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Als Emetophobie wird die irrationale Angst vor dem Erbrechen bezeichnet. Sie kann sowohl das eigene Übergeben wie auch das Dritter oder Tiere betreffen und wird gemeinhin zu den spezifischen Phobien gezählt.   

Bisher gilt die Emetophobie trotz relativ hoher Betroffenenzahlen als unbekannt und selten. Da die Betroffenen häufig aufgrund eines gestörten oder beeinträchtigten Essverhaltens stark untergewichtig sind, wird nicht selten von einer klassischen Essstörung ausgegangen.

Der eine oder andere wird nun vielleicht anmerken wollen, dass das Übergeben für die wenigsten Menschen angenehm oder erstrebenswert ist und inwiefern sich der Emetophobiker in seinen Reaktionen von einer vielleicht als normal empfundenen Ekelreaktion eines Nichtbetroffenen unterscheidet.

Besonders hervorzuheben sind hier zunächst einmal die psychosomatischen und psychosozialen Komponenten. Wie bei jeder Phobie, schlussendlich funktionieren alle Angsterkrankungen nach einem ähnlichen Muster, wird der Betroffene versuchen, die angstauslösende(n) Situation(en) zu vermeiden und ihnen aus dem Weg zu gehen. 

Im Falle von Emetophobie kann das bedeuten, sich bestimmte Essensrituale anzueignen, um auszuschließen, dass Nahrungsmittel verdorben sind oder falsch zubereitet werden. Es kann bedeuten, einen hohen Bedarf an Desinfektionsmittel zu haben, um sich präventiv und im Notfall gegen Keime und Viren zur Wehr zu setzen, die eine Erkrankung auslösen könnten, die Erbrechen mit sich bringt.

Es kann bedeuten, minutiös Mindesthaltbarkeitsdaten auf Lebensmitteln zu kontrollieren, um sich nicht den Magen zu verderben. Es kann bedeuten, Festivitäten aufgrund des zu erwartenden Alkoholgenusses zu meiden, letztlich erwartet der Phobiker überall die Möglichkeit, dass jemand (oder gar er selbst) sich übergeben könnte. Es kann bedeuten, überall, wo man ist, schon im Voraus einen Ausgang zu suchen, um sich im Notfall nicht vor versammelter Mannschaft zu blamieren. Es kann bedeuten, vor Terminen bewusst keine Nahrung zu sich zu nehmen, um das Risiko, sich zu übergeben, möglichst minimal zu halten.

Es kann bedeuten, Personengruppen zu meiden, von denen vermeintlich größere Gefahr ausgeht. Meistens handelt es sich hierbei um Schwangere, Betrunkene oder Kinder, von denen der Emetophobiker erwartet, dass sie sich deutlich häufiger übergeben als der Otto-Normal-Verbraucher. Es kann bedeuten, einen hohen Medikamentenverbrauch zu haben. Magentropfen, MCP und Vomex (Antiemetika), Iberogast oder Säureblocker müssen immer im Haus oder mit auf Reisen sein, sei die Reise auch noch so kurz.

Es kann bedeuten, Arztbesuche zu meiden, um sich dort nicht mit unerwünschten Krankheiten anzustecken. Nicht selten wird die Einnahme von Medikamenten verweigert, weil das Erbrechen laut Packungsbeilage eine nicht unwahrscheinliche Nebenwirkung ist. Es kann bedeuten, das Haus nicht mehr zu verlassen, wenn gerade ein Magen-Darm-Virus im Umlauf ist, mit dem man sich potentiell infizieren könnte. Es kann bedeuten, keine Reisen mehr zu unternehmen, aus Angst vor Reiseübelkeit oder nicht fachgerecht zubereitetem Essen auswärts. 

Vorallendingen bedeutet es, wie viele Ängste, eine erhebliche Einschränkung des täglichen Lebens. Häufig vereinsamen die Betroffenen, weil sich ihr Aktionsradius immer weiter verkleinert und ihre Unternehmungslust gegen das Bedürfnis, jede Eventualität unter Kontrolle zu haben und um jeden Preis die Konfrontation zu vermeiden, nicht durchsetzen kann. Freunde werden vernachlässigt und immer wieder mit Ausreden abgespeist, wenn sie etwas unternehmen wollen, was für den Phobiker potentielle Gefahren birgt. 

Ein weiteres Problem im Hinblick auf die Phobie sind sogenannte Komorbiditäten (Begleiterkrankungen) wie Depressionen (46 %), Sozialphobie (21 %) und Zwangsstörungen (18 %) sowie körperliche Begleiterscheinungen, die die Phobie verstärken und zumeist einen psychosomatischen Hintergrund haben. Eine erste Internetstudie mit Emetophobikern belegte 2001, dass die Hälfte aller Befragten unter Panikattacken mit Übelkeit (82 %), Atemlosigkeit (62 %) und Magenproblemen (57 %) litt. Es wird vermutet, dass Emetophobiker außerdem einen größeren Hang zur Somatisierung und somit auch im Alltag vermehrt mit Übelkeit, Sodbrennen, Reizdarm oder -magen, Schwindel und Durchfall zu tun haben.

Zu den Ursachen ist bisher wenig bekannt. Es wird einerseits von traumatischen Erlebnissen im Zusammenhang mit dem Erbrechen gesprochen, auch sexueller Missbrauch wurde und wird diskutiert, wenngleich sie das bisher nicht empirisch belegen lässt. 

 





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