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Furcht besiegt mehr Menschen als irgend etwas anderes auf der Welt.“     (Ralph Waldo Emerson)

Um die Sachlichkeit von der Erfahrung zu trennen, hier vielleicht einige Worte von jemandem, der die hier geschilderte Phobie seit siebzehn Jahren mehr oder weniger geduldig erträgt, bekämpft, ignoriert und studiert.

Ich bin heute einundzwanzig Jahre und kann mich an den Ursprung oder Beginn meiner Angst nicht mehr erinnern. Es scheint mir seit jeher als wäre sie immer dagewesen, ich kenne mich und meinen Umgang mit dem Erbrechen nicht anders als ich ihn auch heute noch erlebe.

Schon als Kind hatte ich häufig Probleme mit psychosomatischer Übelkeit und Panikattacken. Als ich acht oder neun war, musste meinetwegen sogar ein Krankenwagen gerufen werden, weil ich vor lauter Panik hyperventilierte und mein Umfeld sich nicht anders zu helfen wusste. 

Schließlich hörte ich auch früher immer genau diese rationalen Erklärungen, die zwar in Fleisch und Blut übergehen, an der Angst selbst aber höchstens marginale Kratzer hinterlassen. Kotzen ist wichtig für den Körper. Leider konnte ich diese unumstößliche Wahrheit niemals so anerkennen, dass es mir geholfen hätte.

Ich konnte nicht allein zuhause sein, bekam hysterische Anfälle und Panikattacken, weil ich wohl in meiner Naivität glaubte, mir könne übel werden oder ich könnte mich übergeben müssen, ohne, dass jemand bei mir wäre. Ich hatte die Angst, der Situation hilflos ausgeliefert zu sein und auch heute sehe ich den Ursprung nicht etwa in der Angst vor dem Erbrechen selbst, sondern in der Angst, einer Situation, die sich meiner Kontrolle entzieht, ausgeliefert zu sein. 

Ich habe sehr oft mit psychosomatischer Übelkeit zu tun, eigentlich vergeht kein Tag, an dem mir nicht übel wäre oder ich irgendwelche anderen körperlichen Beschwerden hätte, die die Angst anstacheln. Mehrheitlich, wenn ich Stress habe, einer mir unangenehmen Situation entgehen will oder mich unter Druck gesetzt fühle, ohne mir dessen vielleicht bewusst zu sein. Auch hier wieder ein kleiner Blick darauf, dass das Übergeben gar nicht tatsächlich der angstbehaftete Gegenstand, sondern höchstens ein Deckmantel ganz anderer Probleme und Sorgen ist.

Nach vier Jahren tiefenpsychologisch fundierter Psychotherapie und einem achtwöchigen stationären Aufenthalt in einer psychosomatischen Klinik habe ich nun eine Therapie bei einem Verhaltenstherapeuten begonnen. Endlich soll es nicht mehr darum geht, nach Ursachen zu suchen, die Wurzeln auszugraben und wieder zuzuschütten, es soll darum gehen, der Angst ins Auge zu blicken. Deshalb auch diese Seite, über deren Erstellung ich sehr lange nachgedacht habe. Aber ich bin entschlossen, meine Angst zu besiegen und auf dem Weg vielleicht noch andere Betroffene zu motivieren, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen, statt es von Angst bestimmen zu lassen. 





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